Craft Bike Transalp 2012
Archiv - Radsport

Transalp_2012__5Manfred Handl von der PI Hollenstein an der Ybbs und Bernd Wagner von der PI Waidhofen an der Ybbs stellten sich dem Abenteuer einer Alpenüberquerung bei der Craft Bike Transalp 2012.
Die Fotos wurden von der Firma Sportograf.com zur Verfügung gestellt.


Vom 14. bis 21. Juli 2012 fand das bekannteste Mountainbike-Etappenrennen der Welt, die Craft Bike Transalp, zum 15ten Mal statt. Für 550 Zweierteams aus 40 Nationen  galt es in acht Tagesetappen 619 Kilometer und 21.166 Höhenmeter im Sattel zurückzulegen. Mit Bernd Wagner und Manfred Handl waren auch zwei Alpinpolizisten der Alpinen Einsatzgruppe Lunz am See Teil des internationalen Starterfeldes, das sich der Alpenüberquerung von Oberammergau aus in Richtung Gardasee stellte. Insgesamt mussten sich die beiden Hobby-Biker, die es nicht nur mit anderen Amateuren sondern auch mit gestandenen Profis wie dem Mountainbike Marathonweltmeister Alban Lakata  zu tun bekamen, knapp 20 Alpenpässen stellen.

Das Renntagebuch vom Team RC Tretlager:

Am Samstag, den 14. Juli 2012, um 10.00 Uhr starteten wir bei Regen und 19 Grad in die 1. Etappe von der Transalp_2012_Etappe1oberbayrischen Gemeinde Oberammergau nach Imst. Wir waren das erste Mal dabei und deshalb für keinen der vorderen Startplätze qualifiziert. Aus diesem Grund fanden wir uns im letzten Drittel der Startaufstellung wieder. Geschätzte 700 Fahrer vor uns.  Wir wussten, dass wir nach der ersten Etappe  unter den ersten 100 Zweierteams platziert sein mussten um zumindest am 2. Tag im Startblock B starten zu dürfen. In der Anfangsphase haben wir deshalb ein relativ hohes Tempo anschlagen. Bei Dauerregen und einer Minimaltemperatur von  9 Grad erwiesen sich auch vermeintlich leichte  Singletrails als anspruchsvoll. Nach 97,8km und 2215 HM finishten wir mit einer Zeit von 4 Stunden 37min und belegten damit in der Kategorie MEN den 70. Etappenplatz. Der Startblock B war somit gesichert.

Die 2. Etappe führte uns von Imst über eine Streckenlänge von 78km und 3274HM nach Ischgl. So wie am Transalp_2012_Etappe2ersten Tag begleitete uns auch am zweiten Tag Dauerregen.  Aufgrund der technisch schwierigen Singletrails und der drei langen Anstiege war es eine  anspruchsvolle Etappe. Das kaltnasse  Wetter setzte noch eines drauf. Viele der nassen, felsigen Trails waren unfahrbar und es musste geschoben und getragen werden.  Wir kämpften uns  wieder ohne größere Zwischenfälle durch und konnten uns nach einer Fahrtzeit von 5 Stunden und 2 Minuten auf dem guten 75. Etappenrang behaupten. Nach zwei sehr nassen Etappen hofften wir auf einen regenfreien Tag, zumal am nächsten Tag das „Dach der Transalp“ das 2737Meter hohe Idjoch zu passieren war.

Unsere Hoffnungen wurden erfüllt und so konnten wir bei trockenem Wetter in die 3. Etappe von Ischgl nach Transalp_2012_Etappe3Nauders starten. Es waren  68 km und 2720 HM zu bewältigen.  Nach dem Start wartete schon der längste Anstieg der diesjährigen Transalp, 1400HM auf  das 2737 Meter hoch gelegene Idjoch.  Unendlich dauerte die Auffahrt und im letzten Drittel fiel der ohnehin schon etwas angeschlagene Puls in den Keller. Bei dieser Höhenlage und  einer Temperatur um den Gefrierpunkt auch kein Wunder. Der Neuschnee auf der Passhöhe bestätigte dann das persönliche Empfinden.  Nach der langen Abfahrt und dem weiteren Streckenverlauf „normalisierte“ sich  unser körperliches Befinden wieder. Es war der erste Renntag ohne Regenschauer und wir konnten  die Etappe in 4 Stunden und 12 Minuten beenden. Das bedeutete den 69. Etappenrang. Wir kämpften uns langsam nach vorne.

Die 4. Etappe führte uns von Nauders (A) nach Scuol (CH). Mit einer Gesamtstrecke von 52,66 km und 1888HM Transalp_2012_Etappe4war dies eine vermeintlich leichte Etappe. Die Strapazen der letzten Etappen machten  sich  mittlerweile bemerkbar und zehrten immer mehr an unseren Kräften. Vor allem Bernd hatte auf dieser Etappe sehr zu kämpfen, abgesehen von den schweren Beinen bekam er auch  starke Schmerzen im Rücken. "Der erste Anstieg mit 800HM war sehr hart und schon bei 150 Puls taten meine Haxen weh" meinte er nach dem Rennen. Bergab konnten wir aber wieder viele Plätze gutmachen, obwohl ich an einer nassen Felspassage stürzte. Zum Glück ist der Sturz aber glimpflich verlaufen. Nach harten 3 Stunden und 4 Minuten erreichten wir als 79. das Ziel in der Schweiz. In der Gesamtwertung bedeutet das nun Platz 70 für uns.

Mit 4 Tagen hatten wir nun "Halbzeit" und es folgte am 5. Tag die Etappe  nach Livigno.  Bei Sonnenschein starteten wir Transalp_2012_Etappe5in   Scuol (CH). Die über 69,56km lange Strecke mit 2531 HM erwies sich als ein landschaftliches wunderschönes Bikeerlebnis. Konditionell ging es uns nach dem gestrigen Tag  wieder überraschend gut und  erreichten wir nach 4 Stunden und 37 Minuten das Ziel in Livigno. Das bedeutete den 70. Etappenrang und auch den 70. Platz in der Gesamtwertung.



Die folgende 6. Etappe wurde nicht zu Unrecht als  Königsetappe der Transalp bezeichnet. Die Route verlief von Transalp_2012_Etappe6Livigno nach Ponte di Legno, wobei eine Streckenlänge von 106,29 km mit 3451 HM zurückzulegen war. Eine durchgehende Abfahrt von 1700 HM brachte auch die Bremsen an ihre Belastungsgrenze. Dass auf den  letzten 38km  noch 2200 HM   zu bewältigt waren, erforderte auch eine mentale Stärke.   Der letzte Singletrail setzte noch eines drauf.  Die mit Fels verblockte  Abfahrt war das bisher härteste für Fahrer und Material bei der diesjährigen Transalp. Wir erreichten nach  6 Stunden und 39 Minuten als 60. in der Tageswertung das Ziel. Die Taktik auf stabileres Material zu setzen und etwas langsamer zu starten ging voll auf, denn gerade in der letzten Rennphase konnten wir wie in den Vortagen viele Plätze gut machen.

Die 7. Etappe führte uns von Ponte di Legno nach Madonna di Campiglio. Bei wolkenlosem Himmel durften wir Transalp_2012_Etappe7wieder eine beachtliche Höhendistanz von 3234 HM bei einer Streckenlänge von 72,25 km zurücklegen. Wir versuchten diesmal gleich von  Anfang an ein höheres Tempo anzuschlagen und konnten bereits am ersten Berg unmittelbare Gegner einholen.  Wie in den Tagen zuvor wurden wir von radsportbegeisterten Anwohnern angefeuert. Diesmal wurden wir auf den Anstiegen   besonders fürsorglich betreut. Die mitlaufenden Italiener versorgten uns mit Wasser, Schokolade und Pralinen. Beflügelt von der Schokolade und den Zurufen kamen wir in einer Zeit von 5 Stunden und 16 Minuten ins Ziel. Mit dem  58. Platz schafften wir unser bisher bestes Ergebnis und hofften damit auch in der Gesamtwertung unter die ersten 60 gerutscht zu sein und somit bei der letzten Etappe im Startblock A2 an den Start gehen zu dürfen.

In die 8. Etappe starteten wir tatsächlich als 60. im Zwischenklassement der Kategorie MEN und erkämpften uns Transalp_2012_Etappe8damit den letzten Platz im Startblock A2. Wieder ein großer Schritt nach vorne. Das letzte Teilstück führte uns von Madonna Di Campiglio nach Riva del Garda. Vom Ziel trennten uns nur noch  75,1 km und 1778HM. Pünktlich zum Start setzte der angekündigte Regen ein. Wir rechneten uns noch gute Chancen auf den 59. Gesamtrang aus. Mit dem 1855 Meter hohen Passo Bregn da l`Ors wurde der letzte Alpenpass überquert.  Vor der  Passhöhe  zogen dann noch Gewitter auf und bei nassen 7 Grad wurde der höchste Punkt erreicht. Die Abfahrt begann mit einem vom Veranstalter als spielerisch angekündigten Singletrail der sich jedoch  aufgrund des Wetters in eine schlammige Sonderprüfung verwandelte.  Die anschließende Abfahrt auf Schotterpisten und die Auffahrt nach Treni auf Singletrails kam unserem Fahrkönnen entgegen, denn wir konnten mächtig Boden gutmachen. Eine Schiebe- und Tragepassage auf dem inzwischen unfahrbaren Trail durfte auch nicht fehlen. Die Abfahrt in Richtung Riva del  Garda hatte dann wieder alles was das Bikerherz höher schlagen lässt. Ein waschechter Gardaseetrail der rockigen Art  setzte dann noch eines drauf.  Auf den  letzten flachen  Kilometern vor dem Ziel konnten wir noch auf eine Gruppe vor uns aufschließen und bis zum Ziel Tempo machen. Es war ein unbeschreibliches Gefühl als wir über die  Ziellinie fuhren. Die Erleichterung gesund in Riva angekommen zu sein, war riesig. Im Ziel erwarteten uns unsere nach Riva angereisten Familien.
Transalp_2012_1
Mit dem 58. Etappenplatz konnten wir das Ergebnis vom Vortag wiederholen und belegten damit auch den 58. Platz im Gesamtklassement der Kategorie MEN. Von den insgesamt 550 gestarteten Teams erreichten 419 das Ziel in Riva. Im Gesamtklassement der 419 Teams belegten wir den 79. Platz. Gewonnen hat das Team Topeak Ergon mit dem Österreicher Alban Lakata und seinem Deutschen Teamkollegen Robert Mennen. Nicht weniger als 35 Eliteteams waren auf der Ergebnisliste zu finden, weshalb wir mit unserer Platzierung mehr als zufrieden waren.  Nach dem wir in den 8 Tagen 37 Stunden und 9 Minuten im Sattel zurückgelegt hatten, war in den folgenden Tagen Erholung  am Gardasee angesagt.

Trotz der enormen Strapazen war es ein unvergessliches Erlebnis und lässt einem der Gedanke, es noch einmal zu machen nicht mehr los.

 
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